
Die gut zwei Wochen sind nun definitiv um und ich bin auf dem Weg nach Hause. Ich liebe die Transportbox ja nicht wirklich sehr, aber wenn man damit auf dem Heimweg ist, spielt das nicht wirklich eine Rolle. Am Morgen konnte ich mich noch einmal etwas im Schnee tummeln, aber ich spürte doch bei meinen Menschen, dass heute offenbar ein besonderer Tag sein muss. So wechselte ich nach dem Spaziergang zwischen Balkon und warmer Stube ständig ab und war wieder einmal etwas "chribelig". Bei jedem Geräusch eines Autos musste ich genau hinhören und nachschauen gehen, ob ich das kennen würde. Gegen Mittag trafen die Menschen dann ein, bei denen ich immer lebe und wohne und die mich nun aus meinen Ferien abholen kamen. Miene Freude war riesig, sie wieder sehen und begrüssen zu können. Später machten wir im grossen Rudel noch einen Spaziergang und ich konnte die Wege zeigen, die ich nun gut kennen gelernt habe. Beim Eckhaus war auch der Niederlaufhund im Garten, der immer freudig am Zaun raufspringt, wenn jemand vorbei kommt. So konnte ich mich von diesem auch noch verabschieden.
Dann wurden bald alle meine sieben Sachen verladen – gar nicht so wenig, wenn man das gefüllte Auto so ansieht. Anschliessend habe ich mich von meinen Ferien-Menschen verabschiedet und ganz am Schluss bin ich dann in die Transportbox gestiegen und die Reise begann. Alles hat ein Ende...
So zum Abschied lasse ich noch ein paar Töne von mir da. Ja dann auf Wiedersehen und vielleicht komme ich in einem Jahr wieder in die Ferien mit hoffentlich genau so viel Schnee, wie in diesem Jahr. Das hat mir als Sibirischer Husky jedenfalls sehr gefallen.
Näkemiin !

So, die zwei Wochen sind um und meine Ferien gehen langsam zu Ende. Quasi als Abschluss und Abschied haben wir heute nach dem Mittag noch einmal eine grosse Wanderung unternommen. Es ging auf Wegen, die ich jetzt kennen gelernt habe, aber dann auch noch auf Abschnitten, die für mich ganz neu und darum doppelt interessant waren. Zunächst stiegen wir wieder zu der Suone hinauf, wo wir schon gestern waren. Wir wählten aber dann die andere Richtung. Hier traf ich auf den Weimaraner, den ich schon vor ein paar Tagen gesehen hatte. Wir konnten kurz im Schnee rumtollen, bis die Menschen dann weiter gehen wollten. Im Nachbardorf stiessen wir auf eine ganze Hundegruppe, die es zu begrüssen galt. Der Boxer folgte dann der Suone, genau so, wie wir es eigentlich für uns ausgesucht hatten. Deshalb entschieden sich meine Menschen, der anderen Suone, die hier kreuzt, entlang zu gehen. Da lag an vielen Orten noch Schnee, aber es gab viel zu schnüffeln und zu entdecken. Auch ein kurzer Marsch im eiskalten Wasser gehörte dazu.
Beim Abstieg nahmen wir wieder einen für mich ganz neuen Weg und zum Glück gab es zwischen hinein immer noch kleinere oder grössere Schneefelder, weil das lange Wandern gab ja auch Durst. Weil ich mich hier nicht auskannte, war es bei Wegkreuzungen oder Gabelungen immer etwas schwierig zu erraten, wo wir denn nun weitergehen würden. So musste ich halt immer mal warten und konnte hin und wieder auch ein "Gueteli" bekommen.
Nach einer weiteren halben Stunde kamen wir dann wieder beim grossen Weiher an und man hörte tatsächlich schon die ersten Frösche quaken. Da das Wetter in den nächsten Tagen sonnig und warm werden wird, ist das Konzert dann sicher noch viel lauter zu hören. Auf dem bekannten Wanderweg bei den Bienenhäusern vorbei, über den Kräuterweg und über das grosse Feld, durch das kleine Wäldchen und über die ganz schmale Brücke waren wir dann wieder unten auf der Strasse. Beim Rückweg zu unserem Haus trafen wir auch noch auf den Menschen, wo der Airedale Terrier wohnt, den ich aber leider nicht sehen konnte. Nach fast dreieinhalb Stunden kamen wir dann wieder zu Hause an.

Heute habe ich mit meinen Menschen nochmals einen neuen Weg entdeckt. Wir sind zunächst den Wanderweg hinauf gestiegen bis zu einem grossen Weiher. Der ist noch immer ganz zugefroren und auf dem Rundweg liegt noch sehr viel Schnee, wir gaben es dann auf, rund herum zu wandern. So sind wir weiter hinauf gewandert bis zur einer Suone, einem Bewässerungskanal, von denen es in dieser Gegend ganz viele gibt. Bei diesem hier ist besonders, dass er das ganze Jahr über Wasser führt und jetzt mit der Schneeschmelze besonders viel. Entlang des schmalen Weges mit den vielen Wurzeln rauschte es überall. An der Stelle, wo die Suone den breiteren Weg kreuzt, sind wir dann diesem gefolgt. Dort habe ich die Route wieder erkannt, weil wir da auch schon waren. Es war ziemlich nass und etwas matschig und meine Beine und mein Bauch waren bald mehr braun als weiss. Hier haben wir einen Schäferhund angetroffen und ich konnten ein bisschen spielen. Aber da meine Menschen mich ja nicht von der Leine lassen können, war das halt nur ein kurzer Moment.
Zum Glück ging es dann wieder durch ein grosses Schneefeld und meine Beine und mein Bauch waren so bald wieder (fast) sauber. Zu allem Überfluss haben sie oben im Skigebiet wieder Lawinen gesprengt und der plötzliche Knall hatte mich fürchterlich erschreckt und ich versuchte, das Tempo zu beschleunigen. Meine Menschen konnte mich dann aber etwas beruhigen und so ging der Abstieg über den schmalen Pfad doch wieder im normalen Wandertempo.

Am Schluss habe ich noch kurz den kleinen Teich im Garten besucht und gesehen, dass die ersten Kröten eingetroffen sind. Wir hatten nämlich gestern beim Abendspaziergang bei leichtem Regen unten auf der Strasse schon welche gesehen, die wohl unterwegs zum Teich waren. Ich habe sie längere Zeit am und im Wasser beobachtet. Meine Menschen wollten aber nicht, dass ich da plötzlich zupacke und so liess ich das dann sein.
Bei Sonnenschein konnte ich anschliessend nach diesen zwei Stunden Wanderung auf dem Balkon ein Nickerchen machen. Das wurde wurde etwas länger, so habe ich jetzt erst schreiben können. Und es ist ja schon bald wieder Zeit für den Spaziergang am Abend..

Das Wetter war heute wieder sehr sonnig und die Temperatur stieg auch wieder über 10°C. Ich fühlte mich aber nicht so wirklich in Form für eine weite Wanderung. Auf der Strasse vom Haus weg trippelte ich ziemlich langsam dahin und als das grosse Geschäft gemacht war, meinte ich eigentlich, man könne ja wieder umkehren. Aber ich hatte mich getäuscht, meine Menschen wollten weiter. So bin ich dann gemächlich vorne weg gelaufen, habe hier und dort geschnüffelt und immer mal wieder stehen geblieben.. Erst als es dann auf den Naturweg ging, wo stellenweise immer noch Schnee lag, kam ich dann langsam wieder auf mein normale Geschwindigkeit. Wir sind dann den steilen Weg bei der Felswand hoch gegangen, wo oben bei der kleinen Brücke noch viel Schnee lag. Da konnte ich mich noch einmal so richtig und genüsslich wälzen und wollte gar nicht mehr aufhören damit.

Der anschliessende kleine Waldweg hinauf auf das Strässchen war vielmehr ein Bach, da plätscherte viel Wasser hinunter. Der Abstieg auf diesem Strässchen war dann nicht mehr so spannend, da habe ich wieder auf Bummel-Tempo gewechselt und meine Menschen hatten sich gewundert, warum ich denn heute so langsam unterwegs sei. Ja nun, für mich ist ja auch nicht jeder Tag gleich und da hatte ich halt heute eine etwas ruhigere Phase, es war ja aufregend genug gestern.
Darum machte ich es mir bei der Rückkehr auf dem Balkon für ein kleines Nickerchen gemütlich und suchte mir ein Plätzchen, wo ich zwischen hinein aber auch durchs Geländer blicken und nachsehen kann, was da unten am Haus alles so läuft.

Nach der Wetterprognose von heute zu schliessen, war dieser Dienstag jetzt wohl der letzte "richtige" Wintertag. Es hat fast den ganzen Tag geschneit und es war sehr neblig und trüb - einfach weiss in weiss. Wir sind natürlich aufgebrochen und ich konnte mich noch einmal im hohen Schnee austoben, rennen und wälzen und wie so oft, wieder ganz neue Spuren in ziehen. Es schien mir fast, als würde die ganze Landschaft mir allein gehören. Im Nebel habe ich zwar ein paar Mal sehr sonderbare Gestalten gesichtet und musste mich lautstark bemerkbar machen. Meine Menschen haben dann näher hingeschaut und verschneite Büsche ausgemacht – aber die sahen wirklich so "echt" aus, dass ich die anbellen musste. Wie erwähnt, wir waren wirklich ganz alleine unterwegs, bei diesem "Hundewetter" (warum sagt man eigentlich so?) geht ausser mir und meine Menschen offenbar niemand raus. Dabei liebe ich den Schnee über alles.
Die nächsten Tage sollen jetzt schon wieder frühlingshaft werden und die Temperaturen sollen steigen. Nun gut, so schnell wird der Schnee nicht überall gerade sofort wegschmelzen, da finde ich bis zum Ende meiner Ferien sicher noch ein paar Flecken. Meine Menschen könnten dann auch noch ein paar Fotos mit Sonnenschein knipsen. Nach der Rückkehr hatte ich dieses Mal keine grosse Lust, noch auf dem Balkon im Nebel zu sitzen und wollte mich in der warmen Stube trocknen lassen. Hoffentlich wird es am Abend nicht zu kalt, sonst sind die Strassen dann wieder einmal spiegelglatt.

Der Tagesablauf mit den drei jeweiligen Spaziergängen mit meinen Menschen hat sich unterdessen so einigermassen eingependelt. Wir gehen am Morgen, dann nach dem Mittag länger und jeweils am Abend nochmals, wenn es schon finster geworden ist. Da muss ich dann jeweils noch länger warten, bis sie bereit sind, weil sie noch so reflektierende Westen anziehen. Ja gut, es gibt immer wieder Autos, die vorbei fahren. Trottoir hat es eben keines und auch keine Strassenbeleuchtung.
Also machten wir uns heute Mittag auch wieder auf, kurz nachdem es noch leicht geschneit hatte. Auf dem Wanderweg waren wir wieder ganz allein, aber es gab trotzdem wie immer viel zu entdecken und zu schnüffeln. Jetzt, wo der Schnee an einigen Stellen schon geschmolzen ist, kann ich unter Büschen und Sträucher meine Nase besser einsetzen. Es war an vielen Orten heute so interessant, dass ich ganz vergessen habe, bei meinen Menschen hin und wieder auch ein "Gueteli" zu verlangen. Sie haben sich auch schon gestern gewundert, warum ich dazu so wenig Interesse habe.
Ganz oben auf der Strasse war es sehr nass und schmutzig und meine Beine und der Bauch wurden immer brauner. Aber wir haben dann beim Abstieg wieder ein grosses weisses Feld überquert, da blieb der Schmutz dann liegen und meine Menschen mussten mich am Ende des Spaziergangs nicht mehr so ausführlich mit dem Tuch säubern. Im Moment geniesse ich die Ruhe, aber der Abendspaziergang ist ja schon bald wieder auf dem Programm.